Z fc – die neue Retro-Kamera von Nikon

Eine kompakt-digitale Herausforderung

Die mittlerweile auch schon legendäre Nikon Df bekommt ein „Schwesterchen!“ Die Kleine mit der Bezeichnung „Z fc“ besitzt das Z-Bajonett und begeistert bestimmt vor allem Nikon-Fans, die mit Kameras der analogen FM-FE-Serie ihre ersten Filme einlegten oder die mit einer motorisierten FM (oder FM-2) für ihre Zeitung Fototermine belichteten. Da kommen zusätzlich nostalgische Momente hoch: Der erste Urlaub in Griechenland mit der Nikon FM, der erste Sieg mit der Nikon FE bei einem Fotowettbewerb, die erste Tour mit dem Fahrrad plus FM-2 den Rhein herunter von Duisburg bis Koblenz oder der erste Norwegen-Trip mit der FE-2. Äußerlich passt die „fc“ gut in die Nikon-Ahnenreihe!

Tatsächlich lassen die drei runden Einstellräder für Verschlusszeiten, ISO und Belichtungskorrektur ahnen, welches „mechanisch-präzise Gefühl“ aufkommt, wenn sie verstellt werden, vor allem das Einrasten der Verschlusszeiten ist bestimmt mit der „fc“ ein Erlebnis! Trotz der Nostalgie, die neue Nikon-Kompakte kann mit modernen Spiegelreflex-Digitalkameras sehr gut mithalten. Weitere Ausstattung: Die USB-Ladefunktion, dazu eine Snap-Bridge-App, ein Augenerkennungs- und Tiererkennungs-Autofokus, die Abblendtaste, die optimale ISO-Reichweite bis 51.200 ISO, der Einsatz als Webkamera und die schnelle Bildrate bei Serienschaltung. Ein kleines Fenster auf dem „Kameraoberdeck“ zeigt die eingestellte Blende des Objektivs an.

Interessant könnten für die fc-Besitzer auch die Motivprogramme werden, darunter befinden sich die Einstellungen Blumen, Nachtportrait, Innenaufnahme, Sonnenuntergang (??), Kerzenlicht und Nahbereich. Das ist noch nicht alles, die Einstellungen „Bildeffekte“ erweitern den „Probierbereich“, da wären zu verzeichnen: Monochrome, Pop, selektive Farbe und Spielzeugkamera. Das sind nur einige Beispiele!

Besonders heraus stellt Nikon den ersten „winkelverstellbaren Berührungsmonitor“, der sich auch gut für Selfies eignet. Dreht die Besitzerin (da sind Mädchen und Frauen vermutlich die Zielgruppe/kleiner Scherz) den Monitor in die vordere Richtung, springt die Kamera automatisch in den „Selbstdarstellungs-Modus!“

Im Gegensatz zur bewährten und zuverlässigen Df sind mit der „fc“ auch Videoaufnahmen möglich (4K UHD). Was auch gefällt: Das kreisförmige Okular, die robuste Magnesiumlegierung und die Wahl zwischen Chrom oder „schwarz!“ Weitere Gehäuse-Farbvarianten befinden sich in Vorbereitung – siehe Foto. „Rosa“ vermutlich mehr für den nordamerikanischen und japanischen Markt (Hallo Manga-Fans), vielleicht auch für einige Bewohner der größten Stadt Nordrhein-Westfalens.

Aber warum nur das APS-C-Halbformat? Ganz einfach: Es passt gut zur Kameragröße – und wer eine Nikon D500 besitzt, dem ist bekannt, zu welcher Top-Leistung „Halbformat-Nikon-Kameras“ mittlerweile fähig sind. Nikon-Techniker wissen, dass auch viele Amateure große Kameras mit hoher Pixelleistung bevorzugen. Leider bleiben die dann oft bei normalen Fotoausflügen zu Hause, denn die Größe und vor allem das Gewicht belasten die Besitzer. Da kommt eine Kompakte mit sehr guter Bildleistung (20,9 Megapixel) zur richtigen Zeit! Glücklicherweise sind Experimente mit nur einem Speicherkartenschacht für XQD-Karten auch vorbei. Die neue Kompakte hat nach bisherigen Informationen nur einen Einschub für die weit verbreiteten SD-Karten – auch OK!

Das optisch wirklich außergewöhnlich gute Kitobjektiv der Nikon Z50 – das Z-Nikkor  3.5-6.3/16-50 mm DX mit VR – gehört auch bei der „fc“ zur Standardausstattung. Immerhin deckt es einen Brennweitenbereich von 24 bis 50 mm ab. Dazu meine Erfahrungen: Das kompakte 16-50 benutze ich oft für den Nahbereich, denn es geht heran bis auf zwanzig Zentimeter Mindestabstand, das ist ein sehr guter Wert! Sehr gut ist auch das geringe Objektivgewicht von 135 Gramm und die sehr flache Bauart.

Nikon bietet aber auch eine neue, kompakte Festbrennweite an, das ebenfalls leichte Z-Nikkor 2.8/28 mm. Ohne es gleich besser zu wissen: Das vielseitige 16-50 mm ist bestimmt empfehlenswerter, die fehlende Lichtstärke kann die Besitzerin (oder der Besitzer) durch das Heraufregeln der ISO-Werte ausgleichen. 6.400 ISO als Standardeinstellung? Warum nicht? Mit den neuen Nikon-Kameras ist das absolut kein Problem mehr!

Natürlich ist der FT-Z-Adapter dazu eine gute Wahl. „Internet-Märchenerzähler“ verbreiten oft, dass dieser Adapter nicht „schnell genug abzieht?“ Dann haben sie ihn wirklich noch nicht ausprobiert. An unseren Z6- und Z50-Kameras fängt er auch sehr schnelle Sportszenen mit den AFS-Nikkoren präzise ein! Was den FTZ auch lohnt, ist die Möglichkeit, die manuellen und mechanischen Nikkore zu verwenden, auch das ein Argument für die Z-Kameras! Viele alte Nikkore entfalten erst an einer digitalen Nikon-Kamera ihre Topleistung im Bereich Schärfe- und Kontrastverhalten.

Zur Preisgestaltung: Die Preiserwartungen stehen noch nicht (Stand 29. Juni, 7:30 Uhr) genau fest, das kann sich aber schnell ändern. Der Gehäusepreis könnte bei 1.000 Euro liegen, mit dem Kitobjektiv vielleicht 1.250 Euro. Ein anschraubbarer Griff ist auch zu haben (150 Euro), aber der geht auf Kosten der Kompaktheit der Kamera!

Wenn wir (und das vielleicht schon in dieser Woche) die Gelegenheit finden, die „Z fc“ zu betrachten oder sie auch gleich kaufen können (das ist die feste Absicht), dann melden wir uns. Ein „Härtetest“ kommt dann sicherlich dazu! Mit elf Bildern pro Sekunde sind wir gespannt, was die „fc“ in der Sportfotografie leistet?

Wenn sich dabei von diesem Text abweichende, technische Änderungen ergeben, teilen wir das auch mit! Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

 

Text: Peter Braczko

 

 

 

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