Vor fünfzig Jahren: „Der Boxkampf des Jahrhunderts!“

Damit hatte Cassius Clay, der bisherige Boxweltmeister nicht gerechnet: Am 8. März 1971, dem „Internationalen Frauentag“ und übrigens auch ein Montag, prügelten sich zwei Männer im New Yorker Madison Square Garden. Auf der einen Seite Cassius Clay, der sich auch Muhammad Ali nannte, gegenüber sein Gegner Joe Frazier. Es geht um die Weltmeisterschaft! Aber was hat das mit Nikon zu tun? Viel, denn dieser Kampf erwies sich vor allem in den Vereinigten Staaten als sehr guter Imagegewinn für Nikon.

Von ihrer LIFE-Redaktion beauftragt, sah der US-Fotograf John Dominis vor dem Kampf Frank Sinatra auf den vorderen (teuren) Ringplätzen. Der Fotograf begrüßte ihn – und der Sänger hatte plötzlich Lust, auch zu fotografieren. Der LIFE-Fotograf überließ ihm eine seiner Nikon-Photomic-F-Kameras mit Aussenmessung, dazu zwei verschiedenen Nikkor-Objektiven und stellte die glücklicherweise immer gleichbleibende Belichtungszeit plus Blende ein. Nachdem die erste Glocke ertönte, hielt Sinatra munter `drauf.

Die Überraschung: Joe Frazier gewann durch gezielte Schläge in der 15. Runde den Kampf. LIFE entwickelte schnell alle Filme, auch die von „Frankieboy!“ Und siehe da – die Sinatra-Fotos mit den scharfen Nikkor-Objektiven brachten es sogar auf das Titelbild des LIFE-Magazins.

Welche Nikkor-Objektive der US-Star verwendete, lässt sich nur annähernd bestimmen. Deutlich erkennbar ist das Nikkor 2.8/135 mm, dazu entweder das Nikkor 1.4/50 mm, 2.8/35 oder das damals sehr beliebte Nikkor 2.8/24 mm. Auf den Bildern im Internet (für die wir nicht die teuren Bildrechte besitzen) sind auch andere Fotografen (Neil Leifer, Tony Triolo und James Drake) mit ihren Nikon-Kameras zu erkennen,Neil Leifer erfasste genau den Moment, als „Ali“ zu Boden geht, hinter ihm sind gleich drei Nikon-F-Kameras zu sehen.

Die Zeit der unpräzisen und lahmen Messsucherkameras ist Mitte der Sechziger vorbei: Nikon bestimmte das fotografische Geschehen im Sportbereich. Immerhin ist bei dem Kampf auch noch eine zweiäugige Spiegelreflex vom Typ Mamiya C33 zu erkennen, denn diese 6×6-Kamera ließ sich mit Wechselobjektiven bestücken!

Der nach eigenen Angaben “größte Boxer aller Zeiten“ ließ sich ein paar Tage nach der Niederlage mit einer Nikon F und dem 135er ablichten! Foto-Koch in Düsseldorf schrieb 1967 im Verkaufskatalog: „Amerikanische Fotoreporter sehen Sie selten mit einer anderen Kamera als einer Nikon!“ Wie wahr!

Die WAZ berichtete am vergangenen Samstag (6. März) darüber und zeigte auch ein Foto von Frank Sinatra mit der Nikon F.

Übrigens sahen den Kampf am frühen Morgen des 8. März 1971 um vier Uhr ca. 150.000 Bundesbürger über die damals neue Satellitentechnik und trieben damit ihren monatlichen Strompreis in die Höhe! pb

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Vor fünfzig Jahren: „Der Boxkampf des Jahrhunderts!“

  • Avatar
    10. März 2021 um 10:25
    Permalink

    Sehr interessant und spannend. Ich war damals noch zu klein.

    Antwort
  • Avatar
    19. Juni 2021 um 15:41
    Permalink

    Als Knirps am Bildschirm (natürlich mit Papa) mitverfolgt.
    Der gefährlichste Mann an diesem Abend war sicherlich Frank Sinatra !
    Ihm einen Wunsch nicht zu erfüllen konnte böse Folgen haben.

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

nach oben