Volker Hinz- Ein Nachruf von Peter Braczko

Schlechte Nachrichten! Der stern-Fotograf Volker Hinz ist tot! Seine Bilder stehen für den modernen Bildjournalismus, der sich Mitte der Sechziger Jahre auch in Deutschland durch setzte. Ihn konnte ich während der „100-Jahr-Feier“ unseres Lieblings-Herstellers Nikon in Düsseldorf erleben. Er stand neben mir auf der Bühne und berichtete über seine Arbeit bei der größten deutschen Illustrierten, geprägt vom langjährigen Chefredakteur Henri Nannen. Meine bescheidene Aufgabe dagegen: Wie lief es fotografisch in einer Lokalredaktion im Ruhrgebiet? 

 

Volker Hinz erzählte: Rolf Gillhausen, der damalige stern-Fotochef, sagte den Fotografen gleich zum Anfang ihres Starts beim stern: „Fahrt nach Frankfurt zu Varimex (das war die erste deutsche Nikon-Vertretung in Deutschland) und kauft Euch dort eine Nikon F und die Nikkore 2.8/24 mm, 1.8/85 mm und ein 4/200 mm (das legendäre Nikkor 2.8/180 mm stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht zur Verfügung).

 

Der „stern“ prägte zusammen mit Paris Match und LIFE den neuen und modernen Bildjournalismus. Das bedeutete „Ran gehen und schnell reagieren!“ Die Ära der umständlichen, langsamen und wenig präzisen Messsucherkameras bei den Zeitungen und Zeitschriften ging auch in Deutschland ihrem Ende entgegen. Die Anforderungen der Redakteure UND der Leser steigerten sich, das schafften nur moderne Kamerasysteme. Dazu gehörten schnelle Motorantriebe und  Top-Objektive vom Superweitwinkel bis zum extremen Tele – diese Anforderungen erfüllte Nikon.

 

Volker Hinz brachte an dem Jubiläumsabend seine Nikon F Photomic FTN mit, darin ein total abgegriffenes Nikkor-Fünfundachtziger. Er fotografierte den Boxer Cassius Clay, Arnold Schwarzenegger in der „Muckibude“, Karl Lagerfeld im Badezimmer, die Fußballer Pele und Beckenbauer unter der Dusche, lebte eine Zeitlang in New York. Seinen Fotografenkollegen Helmut Newton (er hält in der Hand das Fünfundachtziger von Volker Hinz) lichtete er in Paris ab.

 

Zusammen mit seinen stern-Fotokollegen Thomas Hoepker, Bob Lebeck und Max Scheler belichtete er ein Buch über Willy Brandt. Mit seinen Bildern gewann er drei Mal den „World Press Photo Award!“

 

Ein Großer des deutschen Fotojournalismus ging von uns!

Volker Hinz

 

 

Peter Braczko    

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.